Corona hält die Welt in Atem II

Corona draußen: Kreativität und Solidarität, jedoch kein Sex in der Krise

Corona draußen: Kreativität und Solidarität, jedoch kein Sex in der Krise

23. April 2020

Das Leben nimmt in einem sehr eingeschränkten Umfang wieder an Fahrt auf. Während Geschäfte noch vor einer Woche weitgehend geschlossen waren, beginnen die Einzelhändler allmählich wieder zu öffnen. Zwar dürfen nur solche Ladenlokale für den Publikumsverkehr in Betrieb genommen werden, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, zudem muss der Kundenstrom so geregelt werden, dass sich nur eine bestimmte Anzahl an Personen in den Läden aufhält, vorerst scheint es aber eine zaghafte Entwicklung Richtung Normalität zu geben. Eine Normalität, wie wir sie vor der Krise kannten, wird aber noch Monate auf sich warten lassen – insofern sie überhaupt jemals wiederkommen wird.

Derweil erklärte US-Präsident Trump, es sei überlegenswert, den Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen oder sonstwie in die Lunge zu bringen: Das Virus möge schließlich keine Desinfektionsmittel. Die Hersteller ebendieser Mittelchen reagierten entsetzt und warnten davor, ihre Produkte zu trinken oder in irgendeiner anderen Form einzunehmen. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Viele Dienstleister sind weiterhin massiv von den Beschränkungen betroffen, nicht wenige existenziell bedroht. Zwar gab es kurzfristige Hilfen der Bundesregierung, doch dürften diese Hilfen nur ein schwacher Trost sein, zumal sich Selbstständige von diesen Hilfen kein Gehalt zahlen dürfen und nun nicht nur betrieblich, sondern auch persönlich besonders hart betroffen sind.

Kein Kundenverkehr auf der Rotlichtmeile. T’schuldigung, den konnte ich mir nicht verkneifen.

Spiel- und Bolzplätze bleiben weiterhin geschlossen, viele Familien berichten von einer massiven Belastung, die sich aus Heimarbeit und Kinderbetreuung ergibt. Zwar öffneten erste Schulen unter massiver öffentlicher Kritik allmählich wieder, das soziale Leben bleibt aber weitgehend eingeschränkt.

Es gibt leider viele unsichtbare Betroffene dieser Krise: Gerade Menschen ohne Obdach sind auf sich allein gestellt, die Hilfsangebote mussten eingeschränkt werden und es liegt in der Natur der Sache, dass Wohnungslose keinen Schutzraum haben. Insofern ist die Solidarität, die sich zum Beispiel durch öffentliche angebotene Lebensmittelspenden zeigt, herzerwärmend.

Dort wo es irgendwie möglich ist, versuchen Gastronomen durch kreative Angebote die schwierige Phase zu überbrücken. Zwar ist es weiterhin nicht erlaubt, Gäste vor Ort zu bewirten, kurzerhand wurden aber Lieferdienste eingerichtet und die Möglichkeit der Abholung beworben. Selbst Bars und Kneipen bieten ihre Longdrinks und Cocktails als „to go“-Variante an, so dass der geneigte Hipster nicht nur seinen Kaffee, sondern auch seinen Gin Tonic zur Mitnahme bekommen kann.

Leider führt das wieder zu ungewollten Menschenansammlungen in unmittelbarer Nähe zu ebenjenen Geschäften. Dazu kommt das ausgesprochen gute Wetter. Seit Wochen schon scheint die Sonne, es ist angenehm mild und da es nicht verboten ist, rauszugehen, machen viele Menschen genau dies.

Die Frage, wie lange die Einschränkungen des Lebens noch anhalten werden und was sie mit uns als Gesellschaft machen, sind zum derzeitigen Zeitpunkt schwer absehbar.

Jüngst wurde eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken erlassen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Hoffen wir, dass die To-Go-Cocktails mit Strohhalm ausgeliefert werden, sonst wird es mit dem Unterwegstrinken zunehmend schwierig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.