Und dann kam Robin

Workshop "Übermut": Eine Weltpremiere und neue Freundschaften

Und dann kam Robin

Workshop "Übermut": Eine Weltpremiere und neue Freundschaften

Wie es zum Workshop kam

„Robin, eigentlich könntest du auch mal einen Workshop geben“. In der Facebook-Gruppe eines nur zu fünfzig Prozent glaubhaften Podcasts las ich nur flüchtig diesen Textschnipsel, den die liebe Nicole an Robin Disselkamp gerichtet hatte.

„Workshop“ klang gut, fand ich und habe erst einmal „hier“ geschrien. Offen gestanden hatte ich zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, wer Robin ist, was er macht und warum ich einen Workshop bei ihm besuchen sollte, aber ich war an einem Punkt in meiner weitgehend autodidaktisch erarbeiteten Fotografie angekommen, an dem ich nicht so richtig weiterkam und Hilfe von außen herzlich Willkommen schien.

Neben Nicole bekundeten mit Matthes und Vera noch zwei weitere Mitglieder dieser Facebook-Gruppe ihr Interesse und da dachte ich, so schlecht wird das schon nicht sein, was dieser Robin da macht.

Robin, Vera

Kurz darauf stand dann eben der Plan, dass es einen Workshop geben solle. Über Portraitfotografie. Im nordrhein-westfälischen Solingen, Ende November 2019.

Bereits im Vorfeld gründete Robin eine WhatsApp-Gruppe, in der wir als Teilnehmende uns gegenseitig und eben auch Robin ein wenig näher kennenlernen konnten und die Chemie passte auf Anhieb. Kurz vor dem Workshop stieß noch Marcus zu uns, so dass wir insgesamt zu fünft am Workshop „ÜberMut“ teilnehmen würden.

Anreise und Frühstück

Nach einer viel zu kurzen Nacht fuhr ich dann am fraglichen Samstagmorgen merklich zu müde um fünf Uhr in Richtung Südwesten, aber es ist ja nicht ohne Grund, dass es an den Autobahnen Raststätten gibt und gleichsam ist es nicht ohne Grund, dass an Autobahnraststätten Red Bull verkauft wird.

So gleitete ich galant und gut koffeinisiert über die leeren Autobahnen, das iPhone mit mit dem Bluetooth-Empfänger des Autoradios gekoppelt: Robin betreibt auch einen Podcast, einen ausgesprochen hervorragenden sogar, wobei ich von der Qualität dieses Podcasts nichts wusste, hatte ich bis dahin noch keine ganze Folge gehört. Es wäre aber nun auch etwas peinlich gewesen, völlig uninformiert in Solingen aufzuschlagen und so konnte ich mir auf der Fahrt hervorragend die Zeit vertreiben.

Ich kam ein wenig früh in der Stadt der scharfen Messer an und beschloss, das Auto zunächst an der Location des Workshops, der Schwarzweißmalerei, zu parken. Da wir uns zumindest in Teilen zum Frühstück verabredet hatten, erschien es mir eine hervorragend kluge Idee, mit dem Taxi in die Innenstadt zu fahren, man kennt ja die Situation in Innenstädten, parken ist da nicht immer ganz so leicht.

Insofern gab es hier gleich eine erste Lektion: Solingen ist lang, verdammt lang und eine gefühlte Ewigkeit und dreißig Euro Taxigebühr später kam ich an der Filiale einer großen Restaurantkette (nein, nicht McDonald’s) an.

Das Model und der Fotograf: Profis bei der Arbeit

Vera, Matthes und Robin waren kurz vor mir eingetroffen, wir begrüßten einander und es zeigte sich spätestens jetzt, wie wertvoll die erwähnte WhatsApp-Gruppe war: im Grunde kannten wir uns ja schon und so fiel der Prozess den Kennenlernens weg. Es hatte ein wenig was von Klassentreffen, wir tauschten uns über Fotografie und Alltägliches aus und ließen uns das Frühstück schmecken.

Fast pünktlich kamen wir dann mit gut gefüllten Bäuchen an der Schwarzweißmalerei an, wo Nicole und Marcus bereits auf uns warteten und fuhren mit einem beeindruckenden Lastenfahrstuhl zum Fotostudio.

Im Vorfeld des Workshops hatten wir eine kleine Hausaufgabe bekommen: alle Teilnehmenden sollten drei Portraitfotos mitbringen, die wir dann gemeinsam anschauten und diskutierten.

Schon hier war der Erkenntnisgewinn größer, als er es nach drölfzig YouTube-Tutorials gewesen wäre. Ich will natürlich nicht vorwegnehmen, was es da alles Spannendes zu lernen gab, möglicherweise wird Robin den Workshop auch in Zukunft anbieten und solltest du als Leser das Glück haben, teilnehmen zu können, sei dir der Lerneffekt gegönnt.

Seine Hauptaufgabe sah unser Workshopleiter darin, uns, wie er es sagte, den Kopf aufzuschrauben und unser Wissen über Fotografie sozusagen neu zu ordnen.

Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber dieses Ziel hat er auf jeden Fall erreicht. Tatsächlich habe ich über den Verlauf der letzten Jahre zwar einen großen Schatz an Theorie angehäuft, das meiste davon jedoch nie in die Praxis umgesetzt. Und vieles dessen, das ich vor allem durch kurze Tutorials in Videos oder auf Blogs gelesen hatte, war stark verkürzt und irreführend: es wird nämlich gerne die Illusion vermittelt, dass es den einen richtigen Weg zu einem gelungenen Foto gäbe, was nun einmal absolut nicht stimmt.